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Oostvornse Meer

Die Steelheads von Rotterdam.


„Forellen kannst Du direkt aus dem Süsswasser ins Meer werfen. Die schütteln sich einen Moment, atmen tief durch - und schwimmen davon, als sei nichts gewesen„, sagt Alex, der holländische Fischereibiologe. Dort, unweit von Rotterdam, haben die Holländer einen 230 Hektar großen Teil der Nordsee eingedeicht und vor einigen Jahren mit Forellen besetzt. Und die sind im „Oostvornse Meer„ nun zu 10 kg schweren Steelheads rangewachsen und bieten an Fliegen- oder Spinnrute Power pur.


Dass die Fische sich so prächtig entwickeln konnten und können, liegt Alex zufolge am guten Futter. Der See ist 3 Kilometer lang, bis zu 50 Meter tief und voller kleiner Heringe, die sich an das Brackwasser gewöhnt haben und darin auch reichlich vermehren. Besonders fängig ist die bis zu 30 Meter breite und flache Uferzone, in der Regenbogenforellen und Browntrouts im Seegras nach kleinen Krabben jagen. Für Fliegenfischer ein Eldorado!



Aber auch Spinnfischer kommen mit einem Oberflächenköder auf ihre Kosten. - Bei unserem Besuch Anfang Oktober haben wir schwimmenden Wobblern, die Tauchschaufel bis auf einen kleinen Rest abgezwickt und diese dann wie Popper an der Oberfläche über die Seegras-Bänke geführt. Bugwellen kündigten dann den jeweils vehementen Biss optisch an!

Nicht nur im Sommer und Herbst, wenn die Forellen nach Trockenfliegen steigen, ist das Oostvornse Meer eine Reise wert. Auch im Winter ist es für am Entzug leidende Fliegenfischer geradezu ideal. Auf den unterbrochenen Dämmen, die die Flachwasserzonen zum Tiefen hin absichern, wird mit einer Sink-Schnur und kurzem Vorfach gefischt. Wenn daran dann ein schwimmender Muddler oder ein Booby knapp und langsam über Grund geführt wird, sind knallharte Bisse unvermeidlich. Eigenwillig ist allerdings die Kulisse beim Fischen auf die Steelheads von Rotterdam: Der Horizont ist gesäumt mit den gigantischen Kränen des Hafens Europort und das fahlgelbe Jod-Licht aus dessen Scheinwerfern sorgt abends für eine unwirkliche Stimmung unter den Hochspannungsmasten am Ufer...



Am Oostvornse Meer gilt „Catch & Release„ und die holländischen Fischer halten sich strikt daran. Das Gewässer liegt westlich von Rotterdam, unterhalb vom „Nieuwe Waterweg„ und vom Europoort. Es sind nur Kunstköder erlaubt, Mindestvorfachstärke ist 0,22 Millimeter (!!!). Schonzeit ist vom 15. Oktober bis 14. Dezember. Ruder- und Bellyboote sind erlaubt, Motoren verboten. Angelkarten gibt’s „um die Ecke„ im Angelladen von Kees Boog im Ort Oostvorne. Kees spricht deutsch und ist überaus hilfreich und voller Tips für einen guten Angeltag.