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Fischen in der Salzach

Von Christoph Meyer.

Österreich ist mehr als Fischen. Es sei "Fischen wie im Paradies", heißt es. Das Paradies hatte ich mir allerdings anders vorgestellt als die Salzach bei Mittersill: Kerzengerade, kanalartig und an beiden Ufern schwer verbaut, floss sie schnell und hoch dahin. Doch die Fischerei in ihr war dann doch paradisisch gut mehr als nur aufregend.

Samstagmittag im Hotel Bräurup in Mittersill angekommen, war unser erster Weg in den hoteleigenen Anglershop, um von Udo, dem allezeit hilfsbereiten Guide des Hotels, Lizenzen und erste Tipps fürs Fischen zu bekommen. Die Salzach sei „eine Herausforderung“. Aber heute nichts verzettlen und den restlichen Tag am Hintersee genießen, hatte Udo gesagt. Und in dem traumhaft schönen Bergsee hatten wir an Trockenfliegen zunächst auch viel Spaß mit Saiblingen und Bachforellen.

Am nächsten Tag wurde es dann ernst: Wir fischten an der Salzach – zunächst aber mit mäßigem Erfolg. Der Fluss hatte im Mai wegen der Schneeschmelze hohes Wasser und wir brachten unsere Nymphen mit Sinktip und Sinkschnüren nicht runter zum Grund. Udo zeigte uns dann am Nachmittag wie man es richtig macht, denn das Hotel bietet einmal in der Woche eine Einweisung in die Technik der Salzachfischerei an. Das ist eine super Sache, denn dabei geht einem wirklich ein Licht auf!

Gefischt wird mit 8er oder 9er Ruten. Das Vorfach sollte 0,23 Millimeter nicht unterschreiten, weil mit sehr großen Äschen und Bachforellen gerechnet werden muss und die starke Strömung ein übriges tut. Um runter zum Fisch zu kommen, wird ein Jig als Beschwerung an das Ende des Tippets geknüpft und ca.20 cm darüber eine
Goldkopfnymphe als Springer angeknotet. Steht der Fisch tief und ist die Strömung stark muss noch ein Blei den Jig unterstützen. Dies ist auch nötig, wenn die Fische weiter draußen stehen. Die Vorfachlänge variiert je nach Tiefe, ein Bissanzeiger ist unersetzlich: Geworfen wird stromauf und sobald der Bißanzeiger zuckt, muss schnell reagiert werden.

Ich habe das gewöhnungsbedürftig schwere Gerät mit dem Schlenzwurf eingesetzt. Man ermüdet nicht so schnell und bleibt nicht in den Bäumen hängen. – Hänger am Grund hat man dagegen laufend und muss sich auf einen großen Materialverschleiß einstellen.

Solchermaßen gerüstet und instruiert, hatten wir – Fabian und ich - dann auch die erhofften Bisse. Ich fing mehrere schöne Saiblinge, alle über 40 cm groß. dann noch eine Regenbogner mit 45 cm und eine Bachforelle mit 54 cm. Und dann die Äschen!!! Fahnenträgerinnen bis 43 cm konnte ich aus der harten Strömung nach einem ebenso harten Drill landen; eine Äsche mit sicher 60 cm kam im Sprung vom Haken ab, eine weitere sehr große konnte ich nicht vom Grund lösen, sie zerriss das 23-er Vorfach wie einen Spinnfaden. Udo der mit uns fischte, hatte zudem eine Bachforelle mit knapp 70 cm schon fast über dem Kescher, als die dann mit einem energischen Schlag das Vorfach sprengte. Als wird am Abend dann dem Hotelier Matthias Gassner von unserer aufregenden Fischerei berichteten, sprach Matthias von einem durchschnittlich guten Angeltag – er selbst angele wegen der 70-er Forellen und Riesen-Äschen allerdings nur noch mit einem 25-er Vorfach...


Fazit: Die Salzach bietet den Fischen trotz ihres kanalähnlichen Charakters anscheinend gute Voraussetzungen, um optimal abwachsen zu können. Die meisten Fische fing ich an den Einläufen und direkt an der Uferkante und die Chance bei jedem Wurf einen Riesenfisch im Drill zu haben, hat mich völlig in den Bann gezogen. Schon allein deshalb wird mich das „Bräurup“ wieder sehen. Aber auch all die anderen Gewässer haben es in sich. Zu ihnen komme ich dann im zweiten Teil meines Berichtes.

Ein grosses Dankeschön auf diesem Wege aber erst noch einmmal an die Familie Gassner und an Udo, der uns ein super Guide war.

Kontakt:

Matthias Gassner
Hotel Bräurup
Kirchgasse 9
A-5730 Mittersill
mail: office@braurup.at
Tel: 0043/6562/6216
Fax: 0043/6562/6216-502