Invasion von Killerfischen in den USA
Regierung spricht von "ernsthafter Bedrohung"
Ein asiatischer Monsterfisch setzt an, die USA zu erobern. Der „Snakehead“ kann drei
Tage außerhalb des Wassers überleben, er geht auf seinen kräftigen Brustflossen über
Land und er frisst alles, was er vor seine mörderischen Kiefer bekommt. Gift, so
scheint es, ist die einzige Lösung um den Vormarsch des Killerfisches zu stoppen.
„Diese Fische sind wie aus einem schlechten „Horror-Film“, sagt US-Staatssekretär
Gale Norton, der die Abwehrschlacht gegen den Snakehead leitet. Der Fisch entspringt
allerdings nicht dem Skript eines B-Movies aus Hollywood, sondern vielmehr den
Fluss-Systemen Südostasiens. In seiner Heimat genießt der torpedoförmige Snakehead
einen nahezu legendären Ruf als Medizin und als kulinarische Delikatesse. In den
USA wurde er allerdinsg über Nacht zu einem Osama bin Laden für das aquatische
Ökosystem des Landes.
Biologen sind von den Fähigkeiten des Fisches beeindruckt: Er überlebt in Schlamm
eingegraben monatelange Trockenheit und kann auf der Suche nach neuem Lebensraum
72 Stunden lang auf seinen kräftigen Brustflossen über Land robben. Seine unersättliche
Freßgier macht vor nichts Halt: Fische, Amphibien, Vögel und Säugetiere bis zur
jeweils eigenen Körpergröße greift er mit seinen kräftigen Kiefern an und schreckt
dabei auch nicht vor Kannibalismus zurück. „Der Fisch ist ein sehr aggressiver Räuber
und eine ernste ökologische Bedrohung, sagt der Biologe Tom Muir von der US-Umweltbehörde
„Geological Survey“.
Und wie in jedem guten Horrorfilm kam die Invasion der Aliens völlig unbemerkt ins Rollen.
Zwischen 1997 und 2000 wurden knapp 17.000 der Luftatmer lebend in die USA importiert.
Bedarf hatten Aquarianer und chinesische Einwanderer: Ein Hong Kong Chinese in der Nähe
von Washington war es denn auch, der zwei Snakeheads geordert hatte um daraus eine
heilende Suppe für seine kranke Schwester zu bereiten. Weil die dank westlicher Medizin
bei Ankunft der Fische bereits genesen war, schenkte der fürsorgende Bruder dem Fischen
die Freiheit und warf sie in einen knapp vier Hektar großen See in Crofton östlich der
Hauptstadt.

Dort vermehrten sich die beiden Einwanderer auf Kosten der heimischen Arten in kürzester
Zeit. Angler fangen inzwischen die von der Presse „Frankenfisch“ getauften Snakeheads in
Größen von bis zu 78 cm. - Ist der See einmal leergefressen, droht Schlimmeres. In 23
Metern, für einen Snakehead nur ein Flossensprung entfernt, fließt der „Little Pauxnet“
River, er wäre die Einfallstraße für eine dann unaufhaltsame Invasion der USA. Inzwischen
wurden „Killer-Aliens“ aber auch in offenen Gewässern sechs weiterer US-Staaten entdeckt
und haben in Florida und Hawaii reproduzierende Populationen aufgebaut.
Staatssekretär Norton geht nun davon aus, dass der Fisch „der wirtschaftlich bedeutenden
Sport- und Berufsfischerei im Land enormen Schaden verursachen“ kann und betreibt nun ein
generelles Importverbot für 28 Snakehead-Arten. Zuwiderhandlung soll mit sechs Monaten Haft
und 10.000$ Geldstrafe geahndet werden.
Glaubt man Steve williams, dem Direktor des US Fish and Wildlife Service, kommt das Verbot allerdings
zu spät. „Die Fische werden sich einbürgern. Sie werden mit unseren einheimischen Arten um den Lebensraum
konkurrieren, sie werden sie mit Parasiten und krankmachenden Keimen bedrohen, sie werden bereits bedrohte
Arten auslöschen und sie werden nur schwerlich selbst auszurotten sein“, sagt Williams. - Wissenschaftler
sollen nun an einem Gift erforschen, das dem Überlebensspezialisten aufs harte Schuppenkleid geschrieben ist.
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