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Schwertfische: In zehn Jahren ausgestorben?

Befischungsdruck nimmt weiter zu.

Die US-Fischereibehörde NMFS geht davon aus, dass Schwertfische im Nordatlantik innerhalb von zehn Jahren aus der Sicht des kommerziellen Fangs „ausgestorben“ sein werden, wenn der derzeitige Befischungsdruck nicht gestoppt wird. Die Fangquoten müssten demnach um mehr als die Hälfte auf rund 11.000 Tonnen zurückgeschraubt werden, damit die Bestände eine 50-Prozent-Chance haben, um sich zu erholen. Diese Reduzierung der Fangmengen gilt jedoch als illusorisch. Das von der NMFS als Konsequenz der Überfischung in den USA erlassene Verkaufs- und Importverbot für kleine Schwertfische (ausgenommen weniger 33 lb. oder rund 15 kg) wird den bedrohten Beständen allerdings nicht helfen.

Zahlreiche Fischereibiologen, Umweltschutzorganisationen und Sportangelverbände in den USA werfen der (NMFS) einseitige Interessenpolitik zugunsten der Fischereiindustrie vor und kritisieren das „lächerlich geringe“ Mindestfanggewicht von 33 lb., weil es zur Erhaltung oder gar Bestandserholung nichts beitrage: Schwertfische würden erst mit einem Gewicht von 150 lb. geschlechtsreif und könnten sich auch erst dann zum ersten Mal vermehren. Zudem sei der Großteil aller Fische, die mit Langleinen gefangen werden, bereits tot, wenn sie vom Haken gelöst werden. Und deshalb mache es mit Blick auf den Artenschutz auch keinen großen Unterschied, ob diese toten Baby-Fische angelandet werden, oder als nicht verkäuflich über Bord gehen. Nach Angaben der IGFA (International Game Fish Organisation) werden jedes Jahr von US-Longlinern etwa 30.000 Baby-Schwertfische sinnlos getötet und wieder über Bord geworfen.

Nun gerät auch der Schwertfisch im Südatlantik zunehmend unter Druck. Eine Konferenz der ICCAT Ende November im spanischen Murcia kam zu Vorschlag, die offizielle maximale Fangquote von 14.620 Tonnen um 1,500 Tonnen zu erhöhen. Der Grund: Brasilien, Südafrika und Namibia sollen bei der Vergabe von Fangquoten stärker berücksichtigt werden. Doch weil die alteingesessenen EU-Fangnationen von ihren traditionellen Quoten nichts abgeben wollen, wird die Ausweitung der Quoten im kommenden Oktober in Bilbao voraussichtlich zur beschlossenen Sache. Zyniker verweisen darauf, dass das Quotensystem der ICCAT zusammengeschlossenen Fangnationen sowieso nur symbolischen Wert hat, da sie in den vergangenen Jahren regelmäßig um mehr als 40 Prozent überschritten wurden.


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